60 Jahre Pauluskirche

Regionaler Reformationstag und Vortrag von Superintendent Peisert

Den Reformationstag feierte die Region West wieder gemeinsam. In diesem Jahr fand er zum zweiten Mal hintereinander in der Pauluskirche statt und bereicherte die Festwoche „60 Jahre Pauluskirche.“Der Gottesdienst zu Beginn wurde von den Pastoren und Diakoninnen der Region gemeinsam gestaltet. Pastorin Blanke hielt die Predigt als Auslegung von Psalm 46, der Luthers Lied „ein feste Burg“ zugrunde liegt. Für festliche Musik sorgte der Posaunenchor der Christuskirche zusammen mit Organistin Angela Brungs.Im Anschluss an den Gottesdienst lud der Kirchenvorstand zum Empfang. Im Großen Ge-meindesaal reichten die Plätze an den festlich gedeckten Tischen kaum aus, als Superintendent Peisert seinen Vortrag zum Thema „Reformation weiterdenken“ hielt. Er schlug darin sehr nachdenkliche Töne zur gegenwärtigen kirchlichen Situation an. Bekanntermaßen ginge die Zahl der Gemeindemitglieder zurück und es würde schwieriger genug Menschen zu finden, die bereit sind sich in Kirche zu engagieren. Diesen Befund teile Kirche jedoch mit vielen gesellschaftlichen Organisationen. Auf der anderen Seite diagnostizierte er, dass Kirche als gesellschaftlicher Akteur nach wie vor gefragt sei, was er beispielhaft an der gegenwärtig steigenden Zahl kirchlicher Kitas und Krippen festmachte. Auch sei dieSehnsucht nach gelebtem Glauben und praktizierter christlicher Spiritualität nach wie vor groß. Hier mahnte er, das eigene Erbe zu pflegen bzw. neu zu entdecken und zu aktivieren. Sein Fazit lautete: Kirche muss organisationsförmiger werden, sich flexibel öffnen für die Bedürfnisse von Menschen und Situationen vor Ort. Dabei wird sie sich von manchen gewachsenen Strukturen trennen müssen und vor allem: Sie wird sich auf ihr Ureigenstes konzentrieren, gute Theologie, zeitgemäße Auslegung der Bibel und Nähe zu den Menschen.

Erinnerungen an die Evangelische Jugendarbeit in den 50er und 60er Jahren

Inzwischen sind sie alle ältere Herren aber bei den Erinnerungen an ihre gemeinsame Ju-gend als Mitglieder des Pfadfinderstamms „Ulrich von Hutten“ geraten sie heute noch ins Schwärmen und die Augen beginnen zu leuchten.Heinz-Jürgen Siegel, heute Delligsen, aufgewachsen in Himmelsthür, hatte die Initiative ergriffen und anlässlich des 60. Geburtstags der Pauluskirche alte Freunde eingeladen, die zusammen mit ihm im Keller unter dem Turm, auf vielen Fahrten und Wanderungen das Pfadfinderideal lebten. 16 Teilnehmer, aus Hildesheim und Umgebung aber auch aus Berlin und Lüneburg, teilweise mit Ehefrauen, waren der Einladung gefolgt und trafen sich am Samstag, 2. November, im Kleinen Gemeindesaal. „Ohne meine Prägung durch die Pfadfinder wäre mein Leben wohl anders verlaufen,“ be-kannte einer von ihnen. Bei Kaffee und Kuchen folgten alle der von Heinz-Jürgen Siegel professionell gestalteten Präsentation und tauschten im Anschluss Geschichten aus der gemeinsamen Jugend aus. Es wurde ein fröhlicher Nachmittag. Allgemeines Schmunzeln rief eine sorgsam aufbewahrte Chronik der Sippe der „Uhus“ hervor, die auch einen Vertrag mit Petschaft und Sie-gel enthielt zur Beilegung einer Fehde um geklaute Wimpel.Zum Abschluß erklang das Lied: Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr...Ja, wer weiß, in welcher Runde man sich das nächste Mal wiedersehen wird?


Jubiläumsfest 60 Jahre Pauluskirche

Zum Festgottesdienst am 3. November war das volle Geläut zu hören, von allen Seiten strömten Himmelsthürer und Gäste von außerhalb herbei und füllten die Bänke. Das Bläserquintett Fünf auf Blech untermalte den Einzug des Kirchenvorstands mit einer festlichen Intrade, danach sang die Gemeinde denselben Choral, der auch bei der Einweihung erklang: Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein.Hannelore Pinkepank stellte in ihrer Begrüßung das Geburtstagskind in den Mittelpunkt, erklärte wesentliche Bauelemente der Pauluskirche, um jedoch dann zu betonen, dass derschönste Schmuck eines Gotteshauses die Menschen sind, die es mit Leben füllen.In der Predigt entfaltete Pastorin Blanke anhand des Evangeliums vom Zöllner Zachäus, dass wir Menschen Orte und Zeiten brauchen, in denen wir Gottes Zuspruch und An-spruch auf unser Leben erfahren und dass von daher ein Gotteshaus weniger ein Haus fürGott als ein Haus für die Menschen und ihre Sehnsucht nach Gott sei. Das griff der Projektchor im Anschluss auf mit dem neuen geistlichen Lied: Meine Kirche ist ein Haus mit offnen Türen...; meine Kirche jetzt und hier, meine Kirche lebt von dir und mir! Die Kinder feierten währenddessen im Keller einen fröhlichen Kinder-Kirchengeburts-tag mit Diakonin Anja Fuhst.Fürs anschließende Kaffeetrinken hatten zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen das Büffet mit leckeren Torten und Kuchen bestückt. Alle ehemaligen Pastorengenerationen waren beim Erzählcafé vertreten. So wurden im Erinnern und auch mit Hilfe einiger Fotos vergangene Zeiten der Paulusgemeinde lebendig.Für alle Beteiligten war es ein gelungenes Fest , der auch einen besonderen Ausklang fand: Pastor und Liedermacher Fritz Baltruweit mit seiner Gitarre brachte mit weltlichen und geistlichen Liedern noch einmal alle zum Singen. Erst einmal wird das Paulusgeläut wieder schweigen. Denn die Bauarbeiten am Turm sollen nun endlich weiter gehen.

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Pastorin Ulrike Blanke
An der Pauluskirche 10
31137 Hildesheim
Tel.: 05121 43504